Beany wurde am 27.12.2001 geboren. Von Anfang an war klar, daß wir aus diesem Wurf keinen Welpen behalten konnten. Beany war eine von jenen ganz wenigen braunen Beardies, die bereits als sie die Augen öffnete, braune Augen hatte. Sie war unser erstes braunes Mädchen und seit Jahren vorbestellt. Sie sollte in der Nähe bleiben und ich würde sie regelmäßig sehen. Da sie mich mit 9 Wochen nicht so endgültig verlassen würde, durfte sie sich vielleicht etwas mehr in mein Herz schleichen. Sie wäre die erste Wahl vieler gewesen. Bei keinem unserer Welpen gab es so viele Möglichkeiten, daß ihr Leben vollkommen anders hätte verlaufen können. Als sie 8 Wochen alt war stellte sich heraus, daß sie nicht auf den vorgesehenen Platz kommen würde. Bei 10 Welpen dauert es immer etwas länger bis alle ihren Platz gefunden haben. So blieb Beany mehrere Monate bei uns. Als Nesthäckchen wurde sie von allen geliebt. Sie begleitete uns u.a. auf Ausstellungen. Als sie 7 Monate alt war, sprach mich bei der Ausstellung eine Familie an, Besitzer einer Halbschwester von Beany, die überlegte eine braune Hündin dazu zu nehmen. Sie blieb noch ein weiteres Monat und begleitete uns in dieser Zeit zur Beardie Schau nach Dreieich. Beany bekam dort eines der vier in dieser Klasse (12 gemeldet) vergebenen vielversprechend. Danach wurde sie von ihrer neuen Familie abgeholt. Es ist schwer einen Welpen abzugeben, aber wenn sie bereits 8 Monate alt sind, bricht einem das Herz. Am übernächsten Tag rief mich die neue Besitzerin von Beany verzweifelt an. Sie suchten Beany seit Stunden. Sie hatten sie im Wald am Rande von Wien von der Leine gelassen. Ich fuhr sofort mit meinen Hunden von Kärnten nach Wien. Wir verständigten unzählige Leute in der Hoffnung, daß sie jemand beim Spazierengehen finden würde. Kurz vor Wien erhielt ich die Nachricht: "Beany ist wieder da!" Beany vollbrachte eine außergewöhnliche Leistung. Sie hatte das einige Kilometer entfernte Geschäft der Familie gefunden, obwohl sie dort noch nie zuvor war. Auf der gegenüberliegenden Baustelle wurde sie eingefangen. Sie hatte mehrere Straßen u.a. mit Straßenbahn überquert. Einige Wochen später wurde sie an uns zurückgegeben. Sie war verändert. Wir wissen nicht was sie in den 10 Stunden, die sie alleine in Wien unterwegs war, erlebt hatte. Ein paar Tage später erhielt ich mit ihr bei der Bundessiegerschau Vorzüglich 2. Beany war sicher nicht unglücklich wieder bei uns zu sein, obwohl sie "ihre Familie" anfangs deutlich vermißte. Wenn es uns möglich gewesen wäre sie zu behalten, hätten wir es sicher getan. Für uns stand fest, die neue Familie für Beany mußte unbedingt passen. Ein paar Wochen später rief mich Frau (möchte nicht genannt werden) an, sie hatten aus dem Tierheim einen Beardie, der laut Tätonummer ein Sohn unseres Rüden sein mußte. Sie besuchten uns und sahen Beany, da sie ohnehin überlegten einen zweiten Beardie zu nehmen, wollten sie Beany ein neues Zuhause geben. Wir sprachen und sprechen noch oft über Beany schließlich war sie ihr halbes Leben Teil unserer Familie. Sie begleitete mich beim Therapiehundetraining genauso wie beim Rettungshundetraining, einfach überall. So sehr wir mit der Tatsache, daß wir sie abgeben mußten haderten, genauso sehr aber wußten wir auch, daß sie in ihrer neuen Familie wirklich geliebt wurde. Sie kam gerne zu Besuch aber gab klar zu verstehen, daß dies nun ihre Familie sei. Wir sprachen auch an jenem 15. November gerade von ihr, als wir den Anruf von Frau Brenner erhielten, die uns über das schreckliche Unglück informierte. Beany starb am 10.11. als das Haus der Familie abbrannte. Wir hadern nun oft mit der Entscheidung sie nicht behalten zu haben. Damals dachten wir, daß wir unmöglich einen weiteren Beardie behalten könnten, im Nachhinein denke ich, daß es wohl auch gegangen wäre.
Rund um Beany sind sehr viele Dinge passiert, die ich wohl nie verstehen werde, bzw. ein logisch denkender Mensch auch nie verstehen wird. Ich weiß nur eins:
Beany hatte einfach kein Glück, aber sie wurde immer geliebt!