Eigentlich sollte es ein Mischling aus dem Tierheim sein, aber ein Welpe, nicht zu groß, langhaarig, die Eltern bekannt, denn er mußte ja gutmütig sein – schließlich wohnten wir in einer Schule.
Da all diese Bedingungen kein Hund erfüllte, wurden Bücher über Hunderassen zu Rate gezogen – nicht ahnend, daß diese unser Leben entscheidend verändern würden.
Gutmütig, langhaarig, bewegungsfreudig, aber keinen Jagdtrieb – die logische Folge der Bearded Collie sollte es sein. Meine Mutter machte drei Würfe ausfindig, von da an nahm alles seinen Lauf. Beim ersten Wurf war noch ein brauner Rüde frei, doch unsere Aufmerksamkeit galt dem einzigen schwarz/weißen Welpen in dem Wurf. Wir beschlossen noch Fam. Assigall zu besuchen. An der Tür begrüßten uns schon Fee, Sue und Bär. Als dann noch 8 Welpen über die Absperrung schauten war klar, einer davon mußte es sein. Wir wollten auf keinen Fall eine Hündin, denn Züchten kam nie in Frage!!!! So hatten wir 3 Rüden zur Auswahl. Einen blauen Rüden unseren Cincinetti Kid und Condor Man. Wir wollten einen, der schwarz bleiben würde. Darauf folgte die Erklärung, daß man nicht wüßte, welche Farbe sie letztlich haben würden und, daß der blaue Rüde später die selbe Farbe haben könnte wie der derzeit schwarze – ich zweifelte etwas an den Worten der Züchterin. Heute denke ich oft schmunzelnd an diese Worte, wenn ich selbst diese Erklärung abgebe.
Unser Bumble Bee nahm uns kurzerhand die Entscheidung ab. Er begann im Arm meines Bruders zu „schnurren und gurren“ wie ich es später bei keinem Welpen mehr erlebt habe. Auch der Züchter bestätigte uns, dies noch nie zuvor bei ihm oder einem anderen Welpen gehört zu haben. Daher auch sein Name „Bumble Bee“. Nun hatte unsere Familie nicht nur ein neues Familienmitglied sondern einen neuen Familienmittelpunkt. Ein paar Monate später trafen wir den ersten Beardie in Linz, die schwarz geblieben Hündin „Charlotte von Westend Neubau“. Daraus entwickelte sich ein neues Interessensgebiet, wo gibt es in unserer Umgebung noch Beardies, mit dem Resultat regelmäßiger Treffen. So inszenierten wir mit unseren täglichen Fahrten zu einer 8 km entfernten Wiese Hundetreffs mit überdurchschnittlich hohem Beardieanteil unter den Teilnehmern. Bumble, Bärli, Charlie und Chipsy – viel mehr Beardies gabs damals in Linz und Umgebung nicht - konnten so beinahe täglich spielen und toben.
Später tapsten wir mit unserem ungeübten Bumble Bee, absolut ausstellungsunerfahren auf die erste Ausstellung. Das Resüme, ein sehr schöner Rüde, aber unbedingt Ringtraining für Frauchen und Hund. Ein Jahr später gab es ein Beardie Treffen in Wien. R. Assigall sah unseren Bumble Bee und lachte, da er tatsächlich schwarz geblieben war. Wir wurden überredet, es doch nochmals mit dem Ausstellen zu probieren, da er doch so schön ist. Mit 2,5 Jahren begannen wir mit dem Agility. Gemeinsam mit Charlie und ihrem Besitzer fuhr ich nach Korneuburg um Bumble und Charlie auszustellen. Tatsächlich absolvierten wir das Programm ausstellungsgemäß. Dann gab es da noch die Kärntenschau mit dem Agilityturnier und wenn wir schon da waren, konnten wir auch ausstellen. Wir hetzten zwischen Ring und Agilitypacours hin und her. Mit dem Erfolg Best in Show und 2.Platz beim Agility. - Vielleicht sollten wir doch weiter ausstellen? Wir infizierten uns tatsächlich mit dem Ausstellungsvirus und besuchten auch Ausstellungen im Ausland. Drei Jahre später war Bumble Bee Ö, Int, Slo, HR und als erster osterreichischer Beardie auch Dt(VDH) Champion. Als Bumble Bee seinen größten Erfolg feierte und die Gruppe bei Champion in Champions gewann, war gerade Xanadu bei uns eingezogen. Ich hatte in Deutschland gearbeitet und vermißte unseren Bumble so sehr, daß ich meinen eigenen Beardie wollte, einen Bumble Nachkommen oder eine fremde Hündin. Damals hatte ich mich gerade in eine sehr schöne schwarz tricolour Tochter von Bumble Bee und Charlie verliebt, doch der Züchter wollte sie selbst behalten. So entschied ich mich für eine fremde Hündin. Aber woher, denn ich wollte einige weit verbreitete Blutlinien nicht in er Ahnentafel haben. Nach 1, 5 Jahren intensiver Suche, sah ich Gaver Beardies Quokadurra bei der 1. Beardie Schau in Siegburg. Eine Tochter von ihr mußte es sein. Ich wurde in die lange Warteliste aufgenommen.
Als Mietsy mit dem Sohn meines Favoriten unter den Rüden dem Amerikanischen Rüden „Britannia Ticket To Ride“ gedeckt wurde, teilte mir J.Ameye mit, daß ich als erster aussuchen dürfte. Am 8.1.1998, dem Geburtstag ihrer Züchterin kamen 3 Hündinnen und 2 Rüden auf die Welt. Sie hielt Wort, so reiste ich nach Belgien und durfte mit 5 ½ Wochen meine Xanadu aussuchen. Sie startete ihre Show Karriere mit Best Puppy in Show bei der internationalen Ausstellung in Wels. Sie ist nun ebenfalls mehrfacher Champion. Außerdem ist sie geprüfter Therapiehund und arbeitet mit vollster Begeisterung als solcher.
Als sie 2 Jahre alt war schenkte sie am 4.4.2000 Bumble Bee an seinem Geburtstag 10 Kinder (6 Hündinnen und 4 Rüden) in allen Farben.
Die Moral der Geschichte:
Sag niemals NIE!
und Vorsicht
Beardies machen süchtig!